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Obertonflöten kämpfen um Luftraum

 

Othmar Brügger scratcht auf den Saiten seiner klassischen Gitarre hiphoppige Rhythmen, Christian Hartmann steigt ein, liebevoll über seinen Kontrabass gelehnt. Dann das Akkordeon: Mit ihrer Mimik sondiert Patricia Draeger den Dialog auf ihrem Instrument noch während des Spiels, findet sich mit ironisch hochgezogenen Augenbrauen in virtuosen Jazztonleitern oder bastelt mit zufriedenem Lächeln am warmen Klang. Dazu kommt Albin Brun, der ganz sanft oder gleich extra-schrill mit seinem Saxofon übers Soundgebilde streicht.

Alles ist minutiös aufgebaut, aber flexibel – mal geben Bass und Gitarre den Ton an, während sich Sax und Akkordeon in blitzschnellen Läufen ein Duell liefern, dann klingts nach Balkan und Stubete. Oder Bass und Akkordeon machen den Rahmen, der Gitarrist stakst sich durch ein Solo, wird immer flüssiger, kommt von Jazz über arabische Melodien und Spanisch-Pop zum urchigen Tritonus. Es sind wunderbare Harmonien im Spiel, fast schon kitschig, aber durch die Aufteilung auf die Musiker in ansprechende rhythmische Fragmente zerlegt, sind sie sehr geniessbar. Zweistimmigkeiten zwischen Akkordeon und Gitarre oder Akkordeon und Saxofon sind in gehirnerfrischender Weise komponiert: zwar sehr stimmig, aber auch ein kleines bisschen ungewohnt. (…)

Falco Meyer

Neue Zuger Zeitung